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Frühling 2001: Kinder zum Glauben einladen

20 Vertreter aus verschiedenen Werken und Gemeindeverbänden trafen sich am 22. März 2001 im CREDO Schlosshotel Unspunnen in Wilderswil zur KiKo. Dass die Kinderarbeit in der Schweiz lebt, zeigten nicht nur die Infos über aktuelle Projekte, sondern auch die Diskussion zum Thema "Kinderbekehrungen".

"Die Kinder müssen spüren, dass meine Liebe unabhängig von ihrer Beziehung zum Glauben ist", sagte Peter Schulz (Stadtmission und Sonntagschulverband Basel). Kinder dürften nie zu einer "Bekehrung" manipuliert werden. Es sei die Gnade Gottes, wenn Kinder zum Glauben kämen, unterstrich Walter Bigler (CREDO). Für Ruedi Kündig (Freie Evangelische Gemeinden) ist wichtig, dass auch bereits gläubige Kinder unterstützt und ihnen bestätigt würde, dass ihr Weg gut sei. "Immer zu Gott gehört zu haben und zur christlichen Reife heranzuwachsen ist eine ebenso grosse Demonstration der Auferstehungskraft wie jede Bekehrungs-Story", zitierte Jürg Hochuli (Bibellesebund). Isabelle Werder (Bewegung plus) sagte, dass "Busse tun" im Sinne des biblischen Hirten auch heissen könne, "sich nach Hause tragen zu lassen".

Die Gangrichtung ist entscheidender als der Moment
Bekehrung sei ein lebenslanger Prozess in die Verwandlung des Bildes Christi, sagte Jürg Hochuli. "Mit der Bekehrung hat man es nicht geschafft, damit fängt es an!", brachte Benjamin Meier (Evangelisch Taufgesinnte Gemeinden) das Thema auf den Punkt. Giancarlo Voellmy (Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen) will Kinder zur Jüngerschaft herausfordern. "Jesus hat zur Nachfolge gerufen. Die Gangrichtung ist entscheidend und nicht der Moment." Der Glaube müsse ins praktische Leben integriert werden, meinte auch Hans Nydegger (Bund Pfingstlicher Freikirchen). Aus der Praxis berichtete Christa Sudàr (Adonia). Adonia prüfe, wie die Lagerteilnehmer auch nach dem Lager noch stärker gefördert werden könnten. Beat Bachmann (Evangelisch-Methodistische Kirche) sieht auch gerade darin eine Möglichkeit, "nicht nur mit den Kindern über Gott, sondern vor allem auch mit Gott über die Kinder zu sprechen".

Der kirchengeschichtliche Hintergrund
Jürg Hochuli stellte verschiedene Ansichten zum Thema "Kinderbekehrungen" aus kirchengeschichtlichem Hintergrund dar:
1. Jedes Kind ist von Anfang an verloren.
2. Christliche Eltern bringen den Kindern den rechten Stand vor Gott.
3. Christliche Eltern bringen ihren Kindern Vorteile.
4. Taufe bringt rechten Stand vor Gott.
5. Die Taufe bringt Vorteile.
6. Alle Kinder gehören zu Gott, so lange sie ihn nicht ablehnen.
7. Alle Kinder beginnen mit Gott, aber sie driften von da weg ohne Nahrung und evangelistischen Einfluss. Dieses "zu Gott gehören" kann zur Rebellion werden.

Der in Zusammenhang mit Punkt 1 verwendete Begriff von der "Ur-/Erbsünde" sei kein biblischer Begriff, sondern gehe auf Augustinus zurück, sagte Jürg Hochuli. Punkt 2 komme vom Bundesgedanken her (1. Mose 17; 1. Korinther 7, 14). Die Punkte 2 und 3 würden zu einer starken Familienarbeit motivieren und der letzte Punkt passe zur Kindersegnung Jesu.

Buchtipp
Das Buch "Lieber Gott, bist du mein Freund?" von Cecily Cupit (Bibellesebund-Verlag Winterthur/Marienheide) bietet Tipps für Leute, die Kinder mit Jesus bekannt machen möchten. Das Buch kostet sFr. 14.95.

Text und Foto: Niklaus Mosimann, 2001