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Frühling 2005: Besuch im Familienzentrum FAZ Goldach |
Am 3.3.2005 luden die Freien Evangelischen Gemeinden der Schweiz (FEG) die KiKo-Teilnehmer ins Familienzentrum FAZ Goldach SG ein.
"Jesus ist auch in einer Familie aufgewachsen", sagte die Kinderverantwortliche der Schweizer FEGs, Sabine Jäggi. Gott biete Möglichkeit, Familie zu erleben und zu sein. Wir stellen hier anhand eines Berichts aus der Zeitschrift family das FAZ vor:
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"Freude an der Familie fördern"
Die Freie Evangelische Gemeinde FEG in Goldach nahe St. Gallen hat etwas, um das sie viele beneiden: ein eigenes Familienzentrum. Das FAZ. Werktags werden hier Kinderbetreuung und Erziehungskurse für die ansässige Bevölkerung geboten.
Ein fröhliches Gesicht auf dem Asphalt kennzeichnet die Löwenstrasse als verkehrsberuhigte "Zone 30". Unmittelbar nach dem Kinder-Secondhand-Laden "Schnäggehuus" geht’s links um die Ecke. Weder Rasen noch Rutschbahn, rein gar nichts deutet auf ein Kinderparadies hin. Das FAZ ist eine Indoor-Institution und während der Sommerferien geschlossen. Über eine Steintreppe oder – mit Kinderwagen – eine Metallrampe gelangt man in das unscheinbare Geschäftsgebäude, ein ehemaliges Möbelhaus. In der Wand rechterhand geben zwei Fenster den Blick frei auf die Caféteria. Sie bietet Platz für rund 30 Personen. Dahinter, ebenfalls durch eine grosse Glasscheibe getrennt, tummelt sich das Jungvolk im Alter von einem Jahr bis zur zweiten Klasse.
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Kaffee und Einkaufsbummel
Betreut werden die Kinder im FAZ immer am Dienstag- und Donnerstagnachmittag sowie am Mittwochmorgen für jeweils drei Stunden. An anderen Tagen und den Wochenenden, wenn die Caféteria geöffnet ist, sind die Eltern allein für ihre Sprösslinge verantwortlich. Das gemeinsame Gebet bevor die Kids eintrudeln hat einen festen Stellenwert für die Verantwortlichen des Familienzentrums. Bringen und Holen kann man seine Junioren zu jeder Zeit. Die freien Stunden nutzen viele Eltern für gründlichen Hausputz, um zu shoppen, Termine wahrzunehmen oder einfach mal die Beine hochzulagern. Allerdings kommen nur Familien und Alleinerziehende aus Goldach und den angeschlossenen Gemeinden Tübach und Untereggen in den Genuss dieses Dienstes. Etliche Familien aus dem benachbarten Rorschach am Bodensee brächten ihre Kinder gerne ins FAZ. "Doch das würde unsere Kapazität sprengen", erklärt FAZ-Leiterin Monika Bürgin. Die freundliche junge Frau strahlt Wärme und Fürsorge aus und ist ständig von Kindern umgeben. "Manchmal haben wir über zwanzig Knöpfe. Mit zwei Betreuungspersonen stösst man da schnell mal an seine Grenzen". Deshalb wünsche sie sich eine Praktikantin (es dürfe auch ein Mann sein – Infos www.faz.ch). "Mir schwebt ein ehrenamtlicher Einsatz vor, so nach dem Motto: 'Ein Jahr für Gott'", erklärt sie.
Professionelles Personal
Finanziert wird das FAZ durch Einnahmen aus dem Betrieb, kirchliche und private Sponsorenbeiträge sowie durch die Freie Evangelische Gemeinde FEG Goldach selbst. Auch minderbemittelte Familien sollen sich den Betreuungsservice leisten können. Vier Franken zahlt man pro Stunde für ein Kind, für das zweite die Hälfte, und Nummer Drei vergnügt sich kostenfrei. Sogar ein Pausensnack ist inbegriffen: etwas zu trinken, Obstschnitze, Kekse oder Getreideriegel. «Für mich ist es ein grosses Wunder, hier zu sein», erzählt Monika. Anfang Jahr hatte die gelernte Kleinkindererzieherin ihre Schützlinge einer Krippe im benachbarten Flawil verlassen müssen. Aufgrund der geringen Anzahl Kinder. Doch noch bevor sie einen Gedanken ans Stempeln/Arbeitslosenamt verlieren konnte kam die Anfrage aus der FEG. Pastor Daniel Rath bot ihr die Leitung des FAZ mit einem 70 %-Pensum an. «Gott führt einfach wunderbar», resümiert Monika. Seit April engagiert sie sich nun mit ansteckender Begeisterung im Familienzentrum und ist auch nach Goldach gezogen. «Ich kann kaum aus dem Haus, ohne dass mich an der nächsten Ecke ein Kind grüsst», freut sich Monika. Begleitet von ihrer Gitarre, liebt sie es, mit den Kindern zu singen.
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Diakonischer Dienst
Entstanden ist das FAZ aus der Not heraus. Die fünfköpfige Pastorenfamilie Rath hatte in ihrer alten Dreizimmerwohnung in Dietlikon nahe Zürich nicht viel Platz. Und wenn es draussen kalt und nass war, wurden die Gesichter der Kinder so lang wie die Wintertage. Kurzerhand packten die Eltern das Trio samt Pantoffeln ins Auto und fuhren in die Gemeinderäume. Oft schlossen sich andere Familien an. Man trank Kaffee und plauderte miteinander. Aus diesem privaten Projekt wurde Anfang November 2003 mit dem Start des FAZ ein öffentliches. "Wir wollen die Freude an der Familie fördern und sehen unser Engagement als diakonischen Beitrag an unsere Ortsgemeinde", erklärt Daniel Rath. "Immer mehr Familien kommen mit ihren Kindern nicht mehr klar und zerbrechen an den Herausforderungen der heutigen Gesellschaft. Hier möchten wir Hilfe leisten."
Liebe und Leitplanken
Das Angebot beschränkt sich nicht nur auf die Kinderbetreuung. Jeweils einen Donnerstagvormittag im Monat bietet die ausgebildete Sozialpädagogin und Therapeutin Gabriele Hüni sogenannte "Coachings für Erziehende". Behandelt und diskutiert werden Fragen wie "Muss ich alle Bedürfnisse meines Kindes erfüllen?", "Wo und wie setze ich Grenzen?" oder "Wie begleite ich mein Kind zur Selbständigkeit, ohne es zu überfordern?". Die Vormittage sind in sich abgeschlossen, können also gut einzeln besucht werden.
Ein Coaching hat die zweifache Mutter Angela de Luca bis jetzt noch nicht erlebt, doch den Hütedienst nutzt sie häufig. Seit gut einem Jahr bringt die Goldacherin ihre Kinder Rouven (4) und Diandra (5) vorbei. "Alle hier im Ort lieben das FAZ", versichert sie.
Dass eine Freikirche hinter dem FAZ steht, stört die Eltern, von denen sich einige als "nicht religiös" bezeichnen, keineswegs. Im Gegenteil: "Mich beruhigt es eher", erklärt Anja Blatter. "Es herrscht hier eine ganz spezielle Atmosphäre. Mein Sohn spürt das genau. Patrice (18 Mt.) fühlt sich sehr geborgen." Auch Ingrid Amman, die Mutter des süssen Rotschopfs Fiona (4) sieht ihre Tochter im FAZ bestens aufgehoben. "Fiona ist ganz närrisch nach Monika. Als Nesthäkchen schätzt sie es auch sehr mit Gleichaltrigen spielen zu können. Das FAZ ist für mich eine grosse Entlastung."
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Spiel und Spass – auf 120 m2!
Fiona hat sich mit Diandra in die zweistöckige quietschbunte Softplayanlage verzogen. Von drei Seiten dringt Tageslicht ein. Kopfüber krallen sich die beiden Girls in die bunten Seile, bis ihnen die Handflächen rot und heiss werden. Na dann nichts wie ab in den Ballpool zum Abkühlen. Hier laden rote, grüne, orange, blaue und gelbe Bälle, so gross wie Äpfelchen, zum Bade. Und im Gegensatz zum Kinderland in einem bekannten schwedischen Möbelhaus dürfen sich Mamis und Papis auch mal hineinsetzen – natürlich nur, wenn sie die Schuhe ausgezogen haben. Denn im FAZ geht’s ordentlich zu und her. In einem Nebenraum befinden sich Kindertische und -stühle, und an der Wand hohe Schränke bis zur Decke. Darin bergen grosse milchig-transparente Plastikboxen sauber sortiert die Spielwaren: vom Legostein bis zur Latzhose für das Puppenkind. Niemand beginnt ein neues Spiel, ohne dass die alte Box wieder in den Schrank geschoben wurde. Im zweistöckigen Spielhaus fühlen sich künftige Köchinnen im Element. Auch eine Waschmaschine gibt es und sogar einen Wäscheständer. Im Untergeschoss ist’s sehr gemütlich. Hier hat Monika mit Matratzen, Decken und Kissen eine Kuschelecke eingerichtet. "Es gibt Kinder, denen wird’s manchmal zu laut, oder sie sind einfach müde. Dann können sie sich zurückziehen", sagt sie. Wer sich noch nicht oder erst auf allen Vieren fortbewegt, ist in der eingezäunten, grosszügigen Krabbelecke sicher.
Kreativer Kopf
Am Donnerstagmorgen und am Freitag ist Monika im FAZ-Büro anzutreffen. Dann beschäftigt sie sich mit Administration, Programmgestaltung und Planung. So hat sie ein neues Angebot für den Montagmorgen geschaffen: eine Schnupper-Gruppe. Angesprochen sind alle Erziehenden mit Kindern, die sich alleine noch nicht so wohl fühlen. Mit ihren Eltern und von Monika persönlich betreut, dürfen maximal vier Kinder maximal vier Mal FAZ-Luft schnuppern. "Meine Idee ist auf grosses Interesse gestossen", freut sich Monika – und es wird sicher nicht ihre letzte sein.
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Text und Fotos: Manuela Herzog-Sames in family 2/2007.
Buchtipp am KiKo-Treffen: "Halts Maul, jetzt kommt der Segen – Kinder auf der Schattenseite des Lebens fragen nach Gott", Inger Hermann, 150 S., ISBN 3-7668-3648-x, Calwer Verlag Stuttgart, 1999, Fr. 25.20. |
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