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Frühling 2008: Die Bibel entdecken

Am 6. März 2008 traf sich wieder eine bunte Formation aus über 30 Vertreterinnen und Vertreter des Bereiches "Arbeit mit Kindern" der verschiedensten Verbände und Werke zum KiKo-Treffen.


Bibel erleben mit allen Sinnen
Diesmal lud der Bibellesebund in seine neuen Räumlichkeiten in Winterthur ein und setzte seinen Auftrag "Menschen (…) zu ermutigen, durch Bibel und Gebet Gott (…) zu begegnen" gleich praktisch für die Teilnehmer um. Bei einer Führung durch das sich noch im Aufbau befindliche "Sinnorama" bekamen sie einen Vorgeschmack auf diese Bibelausstellung der besonderen Art. Ab Sommer 2008 kann man dort das Alte und das Neue Testament mit allen Sinnen erleben: Da ist einmal die Arche Noach – aber Achtung, nichts für Seekranke! – die modrige Luft tut ihr übriges, um die Atmosphäre auf dem mit Tieren und Menschen beladenen Schiff nahezubringen. Da tut es gut, wenn später aus der Dachluke Licht und Wind hereinströmen. Abraham wird aus seinem Leben erzählen und man kann den Sternenhimmel betrachten, der die Nachkommenschar veranschaulicht, die Gott ihm zusichert. Später, in Ägypten angekommen, muss man zuerst einen Hieroglyphen-Code knacken, bevor man in die Pyramide gelangt.
In der Zeit von Jesus angekommen, findet man sich am See Genezareth wieder, darf eine Spezialität aus Marias und Marthas Küche testen, begegnet Bartimäus und der Frau am Brunnen, aus dem auch die eigene durstige Kehle erfrischt wird. Vom letzten Abendmahl mit Jesus kommt man in den Garten Gethsemane dort und schliesslich zum Holzkreuz auf Golgatha. Hier gibt es die Möglichkeit, Dinge, die persönlich belasten, zu deponieren. Und es bleibt nicht beim Tod: Der Grabstein ist weggerollt, Jesus begegnet seinen Jüngern und den Besuchern weht an Pfingsten frischer Wind entgegen.

Sinnorama-Projektleiterin Magda Wassmer führte durch die Ausstellung

Der Bibellesebund, ein Kinder- und Jugendwerk
Im Anschluss an die Führung gaben Jürg Hochuli, Peter Egli und Ruedi Kündig Einblicke in die Arbeit und Geschichte des Bibellesebundes. 1867 nahm dieser in England in der Arbeit unter Kindern "aus heiterem Himmel" seinen Anfang. Damals noch unter dem Namen "Spezielle Mission unter Kindern" versuchte man umzusetzen, was der englische reformierte Baptistenpastor Spurgeon so formulierte: "Weide meine Lämmer, nicht: Füttere meine Giraffen". Die Gründung in der Schweiz erfolgte dann 1925. Der Bibellesebund versteht sich auch heute noch als Kinder- und Jugendwerk und organisiert Lager für Kinder, Teens und Jugendliche, ist Mitinitiator des "Schülertreff", gibt im eigenen Verlag Bibellesepläne und Zeitschriften zur Bibellese für Jung und Alt heraus. Ausserdem werden Schulungen und Seminare zur Unterstützung für Kinder- und Jugendmitarbeiter und Erziehende, dazu Vorträge, z. B. an Veranstaltungen, angeboten.


Die Bibel persönlich erleben
Nach dem gemeinsamen Lesen in der Bibel mit Hilfe des Begleitheftes "Orientierung" vom Bibellesebund, brachte Ruedi Kündig mit Hilfe des "Bibliolog" den Teilnehmern einen Abschnitt aus dem Matthäusevangelium näher. "Bibliolog" bedeutet "Im Dialog mit der Bibel": Es geht darum, in den Bibeltext einzutauchen, sich in die Situationen aus biblischer Zeit, in die Gefühle der Menschen, hineinzuversetzen und so auf eindrückliche Art und Weise einen Bezug zum eigenen Leben herzustellen. Dies geschieht vor allem mittels "Interviewing": "Wie wäre es dir wohl an Matthäus' Stelle gegangen, als es mit dem verheissenen Ausruhen und dem Alleinsein mit Jesus nach der Aussendung nichts wurde, weil Jesus Erbarmen mit der Menschenmenge hatte, die auf sie wartete?" "Was ging wohl in Johannes vor, als der leidenschaftliche Petrus im Sturm aus dem Boot stieg?" So sahen z. B. Fragen aus, die Ruedi Kündig stellte. Er wiederholte die Antworten der Teilnehmer nochmals in eigenen Worten ("Echoing"). Dabei achtete er darauf, die Aussagen weder zu manipulieren noch zu bewerten. Greifbarer wurde das Geschehen im Bibeltext zusätzlich mit Hilfe von Geräuschen (z. B. der tosende Sturm). Mehr zu dieser Methode des Bibellesens findet man auf: www.bibliolog.de.
Nach einem köstlichen Mittagessen berichteten die Anwesenden über die aktuelle Situation ihres Werkes, über Neuerscheinungen und Umstrukturierungen. Den Abschluss bildete gemeinsames Gebet in kleinen Gruppen.

Ruedi Kündig im Dialog mit den Teilnehmern und der Bibel.

Infos vom KiKo-Treffen runterladen (PDF, 96 kb)


Text: Astrid Kollmann
Fotos: Janine Anliker bvMedia Christliche Medien