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Frühling 2010: »Godly Play« im deutschen Sprachraum |
Am 4.3.2010 traf sich die Kinder-Kommission auf St. Chrischona in Bettingen bei Basel. Die Pilgermission gab einen Einblick in die 170-jährige Geschichte des Werks. Mit der Vorstellung des "Godly Play"-Konzepts nahmen die Verantwortlichen des Theologischen Seminars die Besucher/innen gleich mit in eine hierzulande eher unbekannte Unterrichtsform für Kinder.
Chrischona-Kindersekretär Hans Forrer schildert in wenigen, prägnanten Worten seine Sicht der theologischen Ausrichtung der Chrischona-Gemeinden: "Wir sind biblisch orientiert. Was klar da steht, vertreten wir auch klar. Was Gott offen lässt, lassen wir auch offen, es gibt Raum für eigene Auslegungen." Er berichtet, dass die Chrischona zentral geführt ist. Es gibt jedoch viele Freiheiten als Mitarbeiter, wie auch als Gemeinde. Hans Forrer, seit 25 Jahren im Verband, nimmt die Leitung sehr positiv wahr. Aus der Tageslosung liest er passend zum Treffen 1. Johannes 3, 1: " Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heissen sollen – und wir sind es auch!" Forrer dazu: "Auf der Suche nach dem tiefsten Sinn unseres Daseins, tun wir gut daran auf den zu hören, der wusste, dass wir danach fragen werden."
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Gemeinsam leben, studieren und arbeiten
Horst Schaffenberger, Seminarleiter am Theologischen Seminar St. Chrischona, kurz "tsc", gibt einen Überblick über das Seminar. Anfangs der 90er Jahre begann er im tsc zu arbeiten. Seither erlebt er, dass die Ausbildung ständig im Fluss ist. Er beschreibt das so: "Wer aufhört, sich selbst neu zu erfinden, hat verloren. Diese ständige Entwicklungsarbeit ist nötig, will man doch nicht im Elfenbeinturm Schule machen." Dazu gehört der Kontakt zur Basis (z. B. zu den Kindermitarbeitern) und eine lebendige Feedbackkultur.
Am 8. März 1840 nimmt die Pilgemission auf dem Chrischona-Berg ihren Anfang. Seit 170 Jahren ist St. Chrischona ein Lebens- und Lernraum. Der Kernbereich ist das theologische Seminar. Heute gibt es in der Schweiz 99, in Deutschland 69, in Südafrika/Namibia 6 und in Frankreich 16 Chrischona-Gemeinden. In der Literaturarbeit wird Deutschland und die Schweiz aufgeteilt.
Die Pilgermission St. Chrischona ist untrennbar mit dem Missionsgedanken verbunden. Von den Anfängen der Pilgermission war klar: Es geht um Menschen, die noch nicht die Gelegenheit hatten, vom Evangelium zu hören. Dies betrifft die westlichen Kulturkreise genauso wie Kulturen rund um die ganze Welt.
Ein Zweig ist die Arbeitsgemeinschaft für das messianische Zeugnis an Israel (AMZI). 1925 wird das Diakonissen-Mutterhaus auf St. Chrischona gegründet. Heute eine "sterbende" Arbeit.
Die Pilgermission St. Chrischona beschäftigt zwischen 40 und 50 Mitarbeiter auf dem Berg, insgesamt im Werk sind es ca. 600. Im Zusammenleben, in der Gemeinschaft, beim Lernen und Arbeiten prägt man sich gegenseitig und hier wirkt Gott.
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Die Vision
Vor drei Jahren fragte das Leitungsteam nach der Vision für das Werk. Von Gott erhalten hat es die beiden Texte aus Jesaja 61, 1-3 und 1. Petrus 2, 9. Die Worte verheissen, dass Menschen befreit werden, Trost und Herzensheilung erfahren, Blinde sehen und Taube hören. Diese Vision schafft für das gesamte Werk eine Perspektive. Chrischona will junge Menschen zu priesterlichen Persönlichkeiten ausbilden, damit sie trösten und ermutigen können. Sie will helfen geistliche (Führungs-) Persönlichkeiten auszubilden, die nicht nur mit Worten das Evangelium weitergeben, sondern auch in Tat. "Ihr seid das heilige, auserwählte Volk." Heute, wo Glaube oft auf Ablehnung trifft, will Chrischona Orte der Hoffnung, der Wahrheit und der Barmherzigkeit schaffen. In diese Vision steckt das Werk alle Kraft hinein.
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Ausbildung im Wandel
Drei Jahreszahlen charakterisieren den Wandel der Ausbildung:
1994 die Studienreform mit der Angleichung der Ausbildung für Männer und Frauen. Seither nennt sich das Seminar "tsc".
1999 die Akkreditierung. Im Zuge des Bologna-Prozesses bilden Liebenzell, Marburg und Chrischona den CTL-Verbund mit dem Titel der Middlesex-University, Westlondon. Es gibt die Abschlüsse "BA Theologie" und "BA Gemeindepädagogik" und das Masterprogramm. Doch das tsc will nicht nur das Niveau, sondern auch die Qualität heben. Ziel ist ein guter Unterricht und eine gesunde Feedbackkultur.
2003 wird die Teilzeitkonzeption eingeführt. Arbeit und Studium werden getrennt und der Campus wird nun auch für Externe geöffnet. Es kommen weitere Ausbildungen und Angebote hinzu. Man kann sich ein individuelles Studienprogramm zusammenstellen, es gibt die Ausbildung für Ehrenamtliche, eine Summerschool, den Jahreskurs, einen Intensivkurs usw.. Im Wandel der Weiterentwicklung wird "tsc" nun auch mit "Training, Studies und Community" gefüllt.
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"Godly Play"
Nach dem Mittagessen und der Führung über den Berg zu Kirche, durchs Kongresszentrum mit 1'500 Plätzen, der Fachbibliothek und der Turnhalle usw. führt Eva Förster-Geiss, Leiterin des Studienganges für Gemeindepädagogik, die Teilnehmer ins "Godly Play"-Unterrichtskonzept für Kinder ein. "Godly Play" lebt vom eigens gestalteten Raum und den Utensilien, die Assoziationen zu Bibelgeschichten wecken. Erst nachdem die Türperson jeden Einzelnen gefragt hat, ob er bereit ist, sich auf das Bevorstehende einzulassen, darf man den Raum betreten. Im Kreis auf dem Fussboden sitzend horchen die Teilnehmer gespannt der Geschichte. Mit sieben einfachen, bemalten Holzplatten erzählt Eva Förster-Geiss die Schöpfungsgeschichte. Im Dialog mit der Erzählerin entfaltet sich das Gehörte.
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