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Herbst 2000: Umgang mit Ausländerkindern

An der Herbst-KiKo 2000 in Basel beschäftigten sich die Anwesenden mit dem Umgang mit Ausländerkindern in ihren Kindergruppen. Ein stichwortartiger Zusammenschnitt des Referates von Cornelia Gautschi.

- Mentalität: Erziehung der Kinder erfolgt in der Regel durch die Schule - keinesfalls durch die Mutter
- Verschiedene Welten: zuhause orientalisch - in der Schule schweizerisch
- Kind durch die Kinderarbeit nicht den Eltern entfremden
- Kinder wollen integriert werden, kein separaten Ausländergruppen schaffen
- Gewalt: "Vertragen anstatt Schlagen", Ravensburger-Spiel, Lösungsprozesse GEMEINSAM erarbeiten - sie haben keine Vorbilder diesbezüglich - Spielregeln in der Gruppe vorher bestimmen
- Programm: Samstage sind bei Ausländerfamilien häufig Besuchstage, wo sich die Familien untereinander besuchen - das muss man akzeptieren
- Angst vor Lagern/gemischten Anlässen: Ausländer haben häufig das Bild von der Schweiz, das das TV vermittelt (Untreue, Sex usw.)
- Eltern miteinbeziehen (Zvieri, Kochen usw.) - klar Leitersein deklarieren (andere Rolle) gegenüber Eltern - Elternbesuche machen
- Kinder werden in ihren Kulturen nicht wahrgenommen - es ist verdächtig, wenn sich jemand mit ihnen beschäftigt
- Christliche Organisationen müssten Brückenfunktion übernehmen - Ausländer als Antwort auf Gebete für 10/40-Fenster - Gott schickte uns nicht in diese Länder, sondern die Ausländer zu uns
- Ausländerkinder sind viel weniger anspruchsvoll - tendenziell kein Gruppengefühl - Einzelkämpfer - nicht alle Sachen, die bei Schweizern funktionieren, funktionieren auch bei Ausländern und umgekehrt - Ausländerkinder sind in der Regel dankbar, wenn man sich um sie kümmert
- Situation der Kinder kennenlernen, sie nicht gegen ihre Umgebung aufwiegeln (auch wenn sie es nicht einfach haben zu Hause) - das Kind muss sich selber entscheiden können - Willen der Eltern respektieren
- Nicht belehren, sondern ihnen Jesus lieb machen, Gottesbild prägen - sie können sich später entscheiden - säen auf Hoffnung - hier können wir offen arbeiten, ohne uns zu verstecken
- Elternarbeit ist ganz wichtig - braucht ebenso viel Zeit wie die Arbeit mit den Kindern selber - Eltern erzählen gerne von ihrer Kultur und kommen ins Schwärmen - Beziehung aufbauen - Vertrauensbasis schaffen
- "Bekehrung" nicht heraufspielen - den eigenen Wortschatz überprüfen ("Freund Jesus" anstelle "Religionswechsel") - zu Jüngern machen - die Kinder lehren, wie sie mehr über Jesus erfahren können
- Eltern beobachten uns, sie haben das Vorurteil: "Christ = Hollywood!" - echtes Christsein vorleben - persönliche Beziehung zu Gott - Bibel in Muttersprache besorgen - Eltern müssen Glauben selber entdecken, keine theologische Diskussion beginnen, sonst müssen sie sich verteidigen
- Information ist sehr wichtig für Eltern! - immer wieder erklären, zurückfragen - herausfinden, ob sie's verstanden haben - Besuche! Informieren bevor Elternkontakt
- Missverständnisse bewusst sein (Beispiel: "Jesus ist Gottes Sohn!" - "Was, Gott hatte ein Verhältnis mit Maria?" Klarmachen, was gemeint ist)
- Fromme Begriffe klären - gibt es alles mit zum Teil anderem Inhalt auch im Islam! (z.B. Gebet, Vergebung, Versöhnung ...) "Erlöser" ist aber zum Beispiel kein Begriff im Islam - völlig fremd - Christsein praktisch zeigen im Alltag, Hintergründe ihres Glaubens abklären - evtl. auch durch Eltern
- Neue Formen suchen: Ist Andacht im herkömmlichen Sinne für Ausländerkinder einsetzbar? Wenn die Kinder davonlaufen liegt die Schuld bei uns und nicht bei den Kindern - z.B. Theater (Andacht ist teilweise schon fast zu eng, die Kinder fragen oft: "Dürfen wir noch bleiben?")
- Sitzball ausprobieren, Gruppenspiele sind für Ausländerkinder oft ungeeignet
- Auf keinen Fall Kinderarbeit in der Muttersprache der Kinder machen

Notizen: Niklaus Mosimann, 2000

Kontakt: Die Adresse der Referentin kann erfragt werden unter:

(bitte 'AT' und 'PUNKT' im Mailprogramm entsprechend ersetzen)