Hier ist stichwortartig die Vorstellung der "täuferisch-mennonitischen Stimme" durch Pfr. Bernhard Ott festgehalten.
- Die Mennoniten sind die älteste hier vertretene Gruppe mit der reformierten Kirche. Ursprung im Täufertum der Zürcher Reformation.
Konrad Grebel: "Wir sind mit Zwingli zusammengesessen und haben die Bibel gelesen, aber eines Tages nahmen wir die Bibel selber in die Hand und sind eines besseren belehrt worden." Radikalität der Umsetzung, Kopf und Kragen riskieren
Fritz Blanke: "Das einzige, was man den Täufern vorwerfen kann, ist dass sie einige Jahrhunderte zu früh waren" (Buch im Schleife-Verlag neu aufgelegt).
Menno Simons -- Identifikationsfigur - Schweizer nennen sich eher "Täufer" und nicht Mennoniten
-- Verfolgung, Wanderungen, Ausbreitung (auch die Amishen, aber auch Paraguay, Bolivien) -- ein wanderndes Volk, vernetzte Identität, aber auch Wurzellosigkeit
Mission - weltweite Ausbreitung (unterdessen sind mehr Mennoniten in der Zweidrittelwelt)
- Wenige Strukturen, Pluralität, eher ein Netzwerk
- In der CH: ca. 2.500 Mitglieder, vor allem im Kanton Bern, dem Berner Jura, dem Emmental und im Raum Basel
- Gemeinden zwischen Traditionalismus und Erneuerung
Die Evangelischen Täufergemeinden (ETG):
- Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts (und gehört somit zur Familie der FEG, Baptisten, EGW, Methodisten)
- Samuel Heinrich Fröhlich hatte einen starken Bezug zu den Mennoniten
- Ausbreitung durch Wandergesellen im 19. Jahrhundert (viele kamen bei Fröhlich zum Glauben, z.B. aus Osteuropa)
- Isolation, Gesetzlickkeit, Neuaufbruch in den 50er-Jahren
- Heute sind die Gemeinden im Bund ETG vereint, ca. 3.000 Mitglieder mit dem süddeutschem Raum
- Mennoniten bezeichnen sich als "Alttäufer", die ETG sind die "Neutäufer"
Die täuferische Stimme:
-- Die Bibel leben - Betonung auf Jesus und das Tun (Bergpredigt) - weniger das Theologische, sondern die Ethik und Anwendung steht im Vordergrund
-- Christsein als Jesusnachfolge
-- Gemeinde als sichtbare gelebte Gemeinschaft der Glaubenden (neue Sozialordnung, Licht, Salz, Stadt auf dem Berg) -> kollektiv
-- Ethik der Liebe und des Gewaltverzichts - Friedenszeugnis (Einsetzung für Zivildienst, Friedensarbeit)
- Die Taufe war eigentlich immer nur die "Spitze des Eisberges", wo man die Täufer daran festlegen wollte, dahinter steckte aber viel mehr auch das andere (Gewaltverzicht, Freiwilligkeit der Mitgliedschaft usw.). Kinder werden eingesegnet und durchlaufen als Jugendlicher den Taufunterricht ("feuchte Konfirmation" und dazu noch eine schlechte!). Die Frage stellt sich, welche Gefässe angeboten werden, wo man eigene Erfahrungen machen kann, ohne Druck zu machen. Heute ist Taufe vom Biblischen Unterricht abgekoppelt. Es gilt sich auch zu überlegen, wie man den Glauben der Kinder würdigt.
Seit 1975 ist die Europäische Mennonitische Bibelschule auf dem Beatenberg (deutsch und französich) - zurzeit ca. 130 bis 140 Studierende (Teilzeit usw.) - zu Boomzeiten hatte Beatenberg teilweise 90 Studierende im gleichen Programm. |